Joe „Pelle“ Polaischer (1946-2008), der seine Jugend in Thal verbrachte und seinen Freunden hier zeit seines Lebens verbunden blieb, ist ein Vorbild für den bewussten, nachhaltigen Umgang mit der Natur. Seine Reisen rund um den Globus sensibilisierten ihn für die weltweiten sozialen und ökologischen Probleme und führten ihn zu einem Leben auf Basis der Permakultur. Diese vor allem landwirtschaftliche Kulturtechnik beruht auf einem genauen Studium der natürlichen Zusammenhänge und ist sorgsam darauf bedacht, dass der ökologische Fußabdruck des Menschen die Leistungsfähigkeit unserer Ökosysteme nicht überfordert. Polaischers Rainbow Valley Farm in Neuseeland wurde zu einer weltweit bekannten Lehrstätte ökologischen Denkens und Handelns und er selbst ein international gefragter Referent.
Am Jakobsweg in Thal finden Sie ihm zu Ehren errichtete Gedenkstätte mit Informationen rund um sein Leben, die Grundlagen der Permakultur und die Kulturlandschaft und den Naturraum der Marktgemeinde Thal. In Zeiten des Klimawandels soll uns das Gedenken an Joe Polaischer und sein Werk Verpflichtung und Orientierung sein.
Am Ortseingang des Weilers Waldsdorf befindet sich ein besonderes Thaler Kleinod: Mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde ist auf dem Grund der Familie Schmidbauer (vulgo Perl) unter tatkräftiger Mitarbeit vieler Freiwilliger der öffentlich zugängliche Kräuterkraftplatz entstanden. Hier kann man auf einer Bank verweilen und den Blick über Thal schweifen lassen, den Duft der Kräuter genießen, den urzeitlichen Gingko-Baum mit seinen heilkräftigen Blättern bewundern und sich Energie am „Anlehnstein“ holen. Zur eigenen Verwendung dürfen die Kräuter in kleinen Mengen auch geerntet werden.
Genießen Sie diesen besonderen Kraftort!
Die Johannes-Kepler-Volkssternwarte wurde 1981 erbaut, gehört zum Schulungszentrum am Steinberg und wird vom Steirischen Astronomen Verein fachlich betreut.
Öffnungszeiten:
Aufgrund der Corona-Pandemie ist derzeit kein normaler Führungsbetrieb möglich, sondern nur die Vereinbarung von Führungen für Kleingruppen bis max. 5 Personen. Die bisher üblichen Freitagsführungen ohne Anmeldung finden derzeit bis auf weiteres leider nicht statt.
Nähere Informationen finden Sie unter www.stav.at
Adresse:
Anton-Afritsch-Weg 16, 8052 Thal
Telefon:
E-Mail:
Website:
In Thal gab es noch drei weitere Edelsitze:
Edelsitz der Wolfsthaler
Im Gebiet von Wendelleiten bestand bis ins 15. Jahrhundert der Edelsitz der Wolfsthaler.
Schloss Hardt
An der Stelle des Bauerndorfes Hardt wurde bald nach 1600 durch Bernhard Walther von Walthersweil ein kleines Schloss – Schloss Hardt – errichtet, das von der Familie Reininghaus (Besitzer von 1864 bis 1939) ausgebaut wurde. Seit 1939 ist der Reichsgau Steiermark bzw. das Land Steiermark Eigentümer; seit 1950 wurde hier die Landwirtschaftliche Fachschule Grottenhof-Hardt eingerichtet.
Steinbergschlössl
Das Afritsch-Kinderdorf am Steinberg (seit 1919) ist im einstigen Steinbergschlössl untergebracht, das 1846 vom Grazer Bürger Peter Pokorny erbaut worden ist.
Geschichte:
Die Bevölkerung von Thal gehörte in der Anfangszeit der Besiedlung zur Mutterpfarre Gratwein. Eine erste Kirche stand in der um 1250 erbauten Burg Unterthal zur Verfügung. Diese dem Hl. Jakob geweihte Kirche war bis zum Jahre 1772 zugleich Pfarrkirche von Thal. In einer Urkunde des Jahres 1322 wird mit „Ott der pharrer von sand Jacob“ erstmals ein Seelsorger der Pfarre Thal genannt. Im 16. Jahrhundert wandte sich ein Teil der Thaler Pfarrbevölkerung dem Protestantismus zu; sie wurde im Jahre 1606 zwangsrekatholisiert.
Als im 17. Jahrhundert die Fürsten Eggenberg Eigentümer von Burg und Herrschaft Unterthal wurden, ließen sie die Burg verfallen und mit ihr auch die Burg- bzw. Pfarrkirche St. Jakob. Seither diente die 1618 erstmals genannte und dem Pestpatron St. Sebastian geweihte Holzkapelle als Notkirche. Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde in der alten Pfarrkirche nur noch selten Messe gefeiert. 1772 wurde mit der Statue des Hl. Jakobus auch das Pfarrrecht von der Burg in die um 1735 im Barockstil neu erbaute Sebastianskirche übertragen.
In den Jahren 1992 bis 1994 wurde an die mittlerweile für fast 2000 Pfarrbewohner viel zu klein gewordene Pfarrkirche die neue von Architekt Dr. Manfred Fuchsbichler geplante und von Prof. Ernst Fuchs gestaltete Kirche angebaut. Am 15. Mai 1994 konnte die Kirche nach zwei Jahren Umbauzeit neu geweiht werden.
Seit 1607 ist die Pfarre Thal dem Zisterzienserstift Rein inkorporiert. Von 1637 bis 1987 waren Mönche aus Rein Seelsorger in Thal. Seit 1987 sind es Weltpriester.
Äußeres:
Das Äußere des Gotteshauses wurde im Zuge der Kirchenerweiterung völlig neu gestaltet. Der Prozessionsweg um den Bau und der großzügig erweiterte Kirchenvorplatz, von markanten Kandelabern flankiert, unterstreichen die Wirkung der Baukörper. Der Weg zur Kirche, um die Kirche und in den Bau bis zum Altar ist als kiesbelegter Pilgerweg gestaltet und erinnert somit an den Hl. Jakobus, den Patron der Pilgerreisenden. Das Bauwerk ist mit drei unterschiedlich großen Satteldachkonstruktionen versehen, die sich über einem trapezförmigen Grundriss fächerförmig spannen und an die Dachformen des Altbestandes angeglichen wurden. Der alte Turm ist dreigeschossig und trägt einen Spitzhelm.
Innenraum:
Der ursprüngliche Kirchenraum ist trotz der umfassenden Erneuerung des Baus bestehen geblieben und hat seine Funktion im Gesamtbild der Pfarrkirche. Das Kristallkreuz, mit Swarovski-Kristallen und Murano-Glaselementen versehen, lenkt den Blick auf das Zentrum des Gotteshauses – den Altar. Dieser besteht aus Kristallglas und nimmt mit seiner Formsprache Bezug auf die Zeltform des Daches bzw. die Klinkerlisenen der Wände. Vorne unter dem Altar wurde eine Reliquie des Hl. Sebastian, des ursprünglichen Kirchenpatrons der Thaler Kirche, beigesetzt. Die Glasfenster in der Apsis, die bemerkenswerten Darstellungen der „Verklärung des Herrn“ und der „Berufung am See“, zählen ebenfalls zu den Schöpfungen von Prof. Ernst Fuchs.
Vermutlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde die 1259 erstmals in einer Urkunde genannte Burg erbaut, für die sich seit dem 15. Jahrhundert die Bezeichnung Unterthal durchsetzte. Im Spätmittelalter war sie so wie Oberthal im Besitz der Herren von Windischgrätz. Die dem Hl. Jakobus d. Älteren geweihte Burgkapelle diente bis ins 18. Jahrhundert als Pfarrkirche.
Von den Besitzern der Neuzeit sind vor allem die Freiherren bzw. Fürsten Eggenberg seit 1621 und von 1774 bis 1943 die Grafen Herberstein zu nennen. Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts verfiel die ausgedehnte Burganlage, zu der auch ein großer Tiergarten gehörte, mehr und mehr zur Ruine. Durch die gegenwärtigen Besitzer wurde ein Rundturm restauriert und bewohnbar gemacht. Der Thalersee wurde als Fischteich der Herrschaft Unterthal angelegt und seit dem 19. Jahrhundert auch zur Eisgewinnung verwendet.
In einem Gerichtsakt dieser Grundherrschaft ist zum Jahr 1571 der österreichweit älteste Nachweis über den Anbau von „Türkisch Weizen“ (Mais) durch Bauern des einstigen Dorfes Hardt nachweisbar.